Kapstadt Urlaub - Südafrika Reisebericht - Garden Route - Oudtshoorn - Teil 7

Kapstadt Reiseberichte Südafrika Tagebuch von Reisen in Südafrika

Reisebericht über Oudtshoorn und die Garden Route von Südafrika

 

 

 

21. November 2006, 7. Tag

 

Ums Frühstück mussten wir uns dieses mal nicht kümmern, denn das hatten wir in Oudtshoorn bestellt. Einmal nichts vorbereiten zu müssen war auch sehr schön. Es gab Straußenrührei (ist etwas fluffiger als Hühnereier), Toast, Cornflakes, Joghurt usw. Ein eher englisch angehauchtes Frühstück also. Unser erster Anlaufpunkt an diesem Tag waren die Cango Caves (Höhlen). Wir wollten die Abenteuertour machen, auf deren Beginn wir allerdings etwas warten mussten. Gegen 11.00 Uhr ging es dann endlich los. Der erste Teil der Tour war normal und leicht. Man schaute sich einfach die vielen Tropfsteinformationen an, die sehr beeindruckend sind und zu den schönsten und ältesten der Welt gehören. Heutzutage wachsen die Tropfsteine allerdings kaum noch, da durch die Halbwüste darüber viel zu selten Niederschläge fallen. Der zweite, mir schon bekannte Teil der Tour war dann sehr abenteuerlicher und anstrengender.

 

Durch enge Gänge und Tunnel ging es tiefer in die Höhlen hinein. Zuerst musste man einfach nur streckenweise geduckt laufen und hier und da mal etwas klettern oder rutschen. Jörg hatte auf Grund seiner Größe schon mehr Schwierigkeiten damit. Logisch. Der wirklich schwierige Teil waren Kimneys Irgendwas und die Letterbox. Erst musste man durch einen sehr engen Tunnel ca. 3 m in die Höhe klettern. Da dachte ich, ich werde den Rest meines Lebens in der Höhle verbringen, denn wenn ich versuchte, mein Knie höher zu heben, stieß ich an die Tunnelwände.

 

Irgendwie haben wir uns dann doch durchgequetscht, wie auch immer. Dann hieß es auf dem Bauch entlang zukriechen bis zur Letterbox, deren Spalt nur 27 cm breit war. Mit den Füßen zuerst musste man dort hindurch und dann hatte man es schon geschafft mit der Mutprobe. Auch Jörg hat das alles wunderbar hinbekommen und es hat uns doch auch sehr viel Spaß gemacht unsere kleine Rutsch- und Kletterpartie.Anschließend besuchten wir die Cango Ostrich Farm. Dort schauten wir uns schlüpfende Strauße an, frisch geschlüpfte Küken in den Brutschränken, ich ließ mir von einem Strauß Mais aus dem Mund picken, hielt ein Küken auf dem Arm und fütterte noch einige andere Strauße.

 

Auch diese Führung war sehr interessant. Andere Farm andere Informationen. Und es ist auch immer wieder sehr erheiternd, diese Viecher von nahem zu sehen. Ein Auge vom Strauß wiegt 6 g, das Gehirn lediglich 3 g. Und trotzdem gucken sie einen durch die langen Wimpern so arrogant an, plustern sich auf und sind neugierig, dass man einfach lachen muss. Nachdem die Straußenfarmen nach den 20er Jahren wieder zurückgingen, als niemand mehr an den Federn interessiert war, sind die Farmen nun wieder im Kommen, da es sich bei Straußenfleisch um das kalorienärmste Fleisch handelt, was man nur essen kann und es schmeckt auch noch super (und senkt den Cholesterinspiegel).

 

In und um Oudtshoorn herum recken einem die neugierigen Biester immer wieder die Köpfe entgegen. Ich mag den Anblick von Straußenweiden. Die machen gute Laune (Vielleicht sagen die Bewohner der Karoo das gleich über Kühe?). Die letzte Station des Tages war die Cango Wildlife Ranch, eine der führenden Aufzuchtsstationen weltweit für Geparden (Cheetahs). Dort wurde kräftig umgebaut und vieles hat sich verändert in den zwei Jahren. Wir machten eine Führung mit Peter mit, der das ganze sehr locker veranstaltete. So lernten wir noch einiges über Krokodile und Raubkatzen. Inzwischen kann man dort sehr viele coole Dinge machen, wie z. B. Cage Diving in ein Krokodilbecken, Reptilien streicheln, ein Zwergflusspferd anfassen oder eben Geparden und weiße Löwen streicheln.

 

Da ich ja leider nicht alle Tiere streicheln konnte, entschied ich mich für die weißen Löwen, die auch wirklich unglaublich schön waren. Die Tiere waren noch sehr jung und relativ klein. Löwen sind schon sehr schöne Tiere. Peter zeigte mir noch die weißen Tiger, die ich vor zwei Jahren gestreichelt hatte. Meine Güte waren die inzwischen groß. Denen möchte man wirklich nicht mehr über den Weg laufen. Nach diesem Erlebnis waren wir aber doch recht kaputt und kehrten geschafft zurück ins Backpacker, wo nach dem Duschen ein Braai (Barbecue) auf uns wartete.

 

Der Abend war sehr nett gewesen. Wir trafen auf drei weitere Deutschsprachige. Jörg konnte mit einem Bremer mal wieder in die hochinteressante Welt des Fußballs abtauchen, ich erzählte mit den beiden Mädchen aus Österreich. Eine von ihnen ist nach Südafrika ausgewandert, nachdem sie vier Jahre eine Fernbeziehung zwischen Stellenbosch und Linz geführt hatte. Unglaublich. Und ich hatte gedacht, dass Berlin-Dortmund schon unheimlich weit voneinander entfernt gewesen sei. Es war sehr interessant auch mal von einer Ausgewanderten zu hören, wie es sich mit dem Leben (und Einleben) in Südafrika verhält.

 

Alles muss unheimlich schwierig sein. Man bekommt keine Arbeit, ohne registriert zu sein. Um registriert zu werden, muss man eine Prüfung ablegen. Diese Prüfung findet allerdings nur einmal im Jahr in Pretoria statt und soll sehr schwer sein. Und selbst dann ist es noch schwierig einen Arbeitsplatz zu finden für Ausländer. Nicht, dass es keine Arbeitsplätze gäbe für Suchende im medizinischen Bereich. Es werden einem nur immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das Mädchen aus Österreich wartet nun seit 10 Monaten, dass sie endlich diese Prüfung machen kann. Über das Leben selbst erzählte sie, dass man eben nirgendwo zu Fuß hingeht und am besten auch nicht allein. Die Unsicherheit sei einfach zu groß.

 

Sicherheit ist überhaupt DAS Thema in Südafrika. Jedes Haus hat Gitter vor den Fenstern. Viele Häuser sind von einer hohen Mauer umgeben oder von Zäunen mit scharfen Spitzen. Und manchmal sogar mit einem Elektrozaun versehen. Überall an den Häusern sieht man Hinweisschilder auf Sicherheitsdienste (Armed Response). Wer ein Haus hat, macht einen kleinen Bunker daraus. Wenn man im Auto unterwegs ist, lässt man NICHTS darin liegen, damit das Auto nicht etwa wegen einem Pullover o. ä. aufgebrochen wird. Ein Gefühl der Sicherheit scheint es in Südafrika nicht zu geben. Dieses interessante Gespräch mit Ina aus Österreich war das erste von vielen folgenden mit anderen Menschen. Und es macht einen nachdenklich...

 

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