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Südafrika Reisebericht - Garden Route und Oudtshoorn Urlaubstagebuch
22. November 2006, 8. Tag
Manchmal muss man auch über seinen Schatten springen, dachte ich mir. Obwohl wir das in Südafrika ja auch so ein wenig zu unserem Hobby gemacht haben. Auf jeden Fall machten wir eine Fahrradtour, obwohl ich ja nicht unbedingt der Radsportler bin und schon gar nicht in den Bergen. Abfahrten machen wir eigentlichen eher Angst. Aber in Oudtshoorn konnte man eine Tour mitmachen, bei der man auf den Swartberg Pass gebracht wurde, um dann die 54 km zurück nach Oudtshoorn zu radeln. Klingtan sich nicht weiter schwierig, aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es nicht nur bergab ging, sondern mindestens die Hälfte auch wirklich zu strampeln war. Gesagt getan. Wir trugen uns also für die Radtour ein.
Mit dem Auto brauchten wir fast eine Stunde auf den Pass (das letzte Stück war nur Schotterpiste). Bevor wir uns alle aufs Fahrrad setzten, wurden wir belehrt, dass wir uns vor den Baboons (Pavianen) in Acht nehmen sollen, weil diese zurzeit sehr aggressiv seien. Außerdem sollten wir auf Schlangen auf dem Weg achten. Einem Deutschen sei es wohl erst passiert, dass er über eine Schlange gefahren wäre, diese aber lediglich in den Fahrradreifen gebissen hatte. Oh je. Das war natürlich total motivierend für mich, wo ich ohnehin schon riesige Schlangenangst hatte. Aber zunächst brachen wir auf. Schon bei den ersten Metern bemerkte ich, dass mein Fahrrad doof war, ich zu kurze Hände hatte, somit nicht richtig bremsen konnte und unter diesen Umständen diese Fahrradtour einfach nur schrecklich werden würde.
Zum Glück konnten wir das Fahrrad noch schnell umtauschen und dann ging es auch besser. Die Schotterpiste bergab war schon recht schwierig. Man musste ganz schön aufpassen sich nicht hinzulegen (Wie wir im Nachhinein erfuhren, musste der Italiener aus der Gruppe bei der Abfahrt unbedingt filmen und flog in hohem Bogen.). Die ersten 24 km waren landschaftlich echt schön gewesen. Und überall sah man Strauße. Unterwegs trafen wir auf zwei Berliner, die mit dem Fahrrad durch Südafrika fuhren und schon 700 km hinter sich gelassen hatten. Wahnsinn. Die letzten 30 km zogen sich leider unbarmherzig dahin, da die Straße stark befahren war, die Hitze groß und der Sattel hart. Aber ich habe es überlebt und geschafft und mag mein eigenes Fahrrad viel lieber. Nachdem wir geduscht hatten, fuhren wir noch einmal mit dem Auto auf den Pass und diesmal auf der anderen Seite Richtung Prince Albert wieder herunter.
Die andere Seite des Berges war die sehr viel beeindruckendere. In den ein bis zwei Stunden nach Prince Albert trafen wir nur auf ein oder zwei Autos. Um uns herum türmten sich rote Berge auf. Es sah z. T. aus wie im Grand Canyon. Echt gigantisch. Wir fuhren bis in eine Schlucht hinab und fühlten uns dort ganz klein. Aber es war wirklich wunderschön dort. In Prince Albert machten wir kurze Kaffeepause. Der Ort ist ganz klein und hübsch. Weit ab vom Schuss. Es sieht dort ein Stückchen aus wie heile Welt. Dort kann man mit Sicherheit auch sehr nett wohnen (im Urlaub). Der Rückweg führte uns durch eine andere Schlucht (Meiringspoort) nach Oudtshoorn.
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