Arbeiten in Kapstadt - Von Oberstaufen im Allgäu nach Robertson - Südafrika Einwanderung

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Arbeiten in Kapstadt - Von Oberstaufen im Allgäu nach Robertson in den Cape Winelands in Südafrika

 

 

 

Man sagt, das Leben schreibt seine eigenen Geschichten.

 

Von 1981 bis 1982 arbeiteten Gunther und ich in verschiedenen Hotels in Johannesburg und Kapstadt und hatten dabei Höhen und Tiefen durchlebt.

 

Im Januar 2004 reisten Gunther und ich durch Namibia und Südafrika. Komplett vorgebuchte Reisen sind uns ein Grauss.

 

Per Zufall sind wir durch die Anzeige eines Gästehauses in der Cape Times auf Robertson aufmerksam geworden.

 

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Im Reiseführer konnten wir lesen, dass Robertson die Stadt der Weine und Rosen genannt wird, beides mögen wir gerne, also nichts wie los.

 

Bei einem Abendessen und einer guten Flasche Wein meinte unsere Gastgeber David, dass wir ein Restaurant in Robertson eröffnen sollten und er wüsste auch gleich die passende Immobilie.

 

Nach anfänglichem Zögern haben wir uns das Haus aus Höflichkeit angesehen. Der Verkäufer hat unserem deutschen Akzent entnommen, dass er den Europazuschlag berechnen könnte.

 

 

Beim Abschied erklärten wir unserem Gastgeber das wir ja nicht an einem Haus interessiert sind, aber wenn überhaupt, dann müsste unser Traumhaus bestimmte Kriterien haben.

 

Wir hatten Robertson verlassen und es wurde der Gedanke geboren, doch wieder nach Südafrika zu gehen. Zurück in Deutschland durchsuchten wir am Anfang von Zeit zu Zeit Immobilienangebote, aber der berufliche Alltag und Stress hatte uns schnell wieder und die Geschichte verlief im Sande.

 

Im September 2004 rief mich plötzlich aus heiterem Himmel David, unser Gastgeber aus Robertson an und meinte, er hätte jetzt genau das passende Haus für uns und wir müssten nur noch kommen und kaufen. Mir ist beinahe der Hörer aus der Hand gefallen und das Thema Südafrika war wieder auf dem Tisch.

 

Aus Bildern und der Beschreibung im Internet von einem Immobilienmakler entnahm ich, dass er ganz richtig lag. Wir entschieden uns, dass ich alleine nach Südafrika fliege; Gunther arbeitete im Hotel Allgäusonne als Küchenchef und im September ist Hochsaison in Oberstaufen.

 

Nach etlichen Schwierigkeiten bin ich in Robertson angekommen, schaute mir das „De Hoek" an, ein 115 Jahre altes, wunderschön restauriertes Gebäude, das früher mal ein Pfarrhaus und danach als Arzthaus genutzt wurde mit einem wunderschön eingewachsenen Garten. Es war um mich geschehen und einige Tage später war der Kaufvertrag unterschrieben.

Robertson sollte im Jahre 2005 einen neuen Golfplatz mit Estate bekommen. Das hat mein Gewissen zu dieser Zeit etwas beruhigt, da sich unter den ausländischen Gästen der Bekanntheitsgrat sehr in Grenzen hält und das Tourism Marketing sehr viel Potential hat.

 

Noch in dieser Woche versuchte ich alle Anträge zum Betreiben eines Gästehauses bei der Gemeinde und den Behörden unter Dach und Fach zu bringen, wobei mir David den einen oder anderen Tipp gab.

 

Ich kam zurück nach Deutschland und hatte ein Haus in Südafrika, keine Aufenthaltsgenehmigung und kein Gewerberecht und mein Englisch war gerade gut genug für den Urlaub. Die idealen Voraussetzungen, nicht wahr?

 

Um es kurz zu machen, es dauerte 3 ½ Jahre, viele mails und noch mehr Geduld bis wir unsere Daueraufenthaltsgenehmigung hatten. Ein Tipp bei dem Satz, „I call you back", immer nach dem Namen fragen, buchstabieren lassen und dann den betreffenden mit Namen ansprechen und fragen, wann das sein wird.

 

Wir merkten sehr schnell, dass hier zwei Gegensätze aufeinander treffen. Deutsche Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit und auf der anderen Seite die sehr freundliche Gelassenheit der südafrikanischen Lebensart. Man lernt sehr schnell, Love it, leave it or change it!

 

Im Juni 2005 siedelten wir um nach Robertson in den Cape Winelands. Die Vorbesitzer; Ann-Marie und Marius, der Optiker ist, den ich aber bedenkenlos als Inneneinrichter weiter empfehlen könnte, waren uns eine grosse Stütze bei der Beschaffung der Möbel und Einrichtung des Hauses.

 

Im August 2005 eröffneten wir GUBAS (Gunther und Ba lbinas De Hoek, das Haus an der Ecke, wo man sich trifft mit den Gastgebern zum Essen und Schlafen.

 

Ein Rückschlag war, als wir feststellen mussten, dass uns eine Mitarbeiterin bestahl, die wir sehr unterstützt hatten. Das tat weh! Man lernt sehr schnell, das Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist, insbesondere auch beim Umgang mit Handwerkern.

 

Mittlerweile haben wir 2 wunderbare Mitarbeiterinnen, die wir fördern durch fordern. Francis wird vielleicht dieses Jahr noch den Führerschein machen und hat sich letztes Jahr mit Ihrem Trinkgeld ein Fahrrad gekauft und fährt damit voller Stolz und Kindersitz durch Robertson.

 

Wer ein Gästehaus führt, insbesondere, wenn er abends noch eine erstklassige Küche anbietet, weiss sehr schnell, dass dies mit viel Idealismus, dauerhaftem Einsatz und erstklassiger Servicequalität verbunden ist. Die wichtigste Voraussetzung jedoch ist: Ich muss Menschen mögen!

 

Wir vermeiden bis auf ganz wenig Ausnahmen Anzeigenfriedhöfe und versuchen auf Netzwerke mit anderen Gästehäusern zu setzen. PORTFOLIO, Greenwood Guide und wie sie alle heissen rechnen sich aus meiner Sicht nur in den Metropolen und Touristenzentren und nicht, wenn man wie wir hinter dem Tunnel und Bourewurst Vorhang wohnt. Kreativität mit wenig Mitteln ist gefordert und wie gesagt Netzwerke, was nicht immer ganz einfach ist, da Gästehausbesitzer immer Individualisten sind und es oft viel Überzeugungskraft braucht, bis jeder die Vorteile auch für sich erkennt.

 

Robertson Small Town – Big Heart!

 

Nach 4 Jahren fühlen wir uns richtig wohl in Robertson und haben einen Freundes und Bekanntenkreis aufgebaut. Die Menschen sind sehr freundlich und bodenständig, wie wir auch. Die Landschaft entlang des Breede River Valley umrahmt von den Lange- und Riversonderendbergen ist einfach traumhaft. Im Frühling blühen tausende von Obstbäumen und die Pflanzen in der Karoo, im Sommer reift der Wein, im Herbst wird er geerntet und im Winter geniesst man die Ruhe und Natur und geht Wandern, Radeln, Golfen oder wie ich Nordic Walken und sitzt am Abend am knisterten Kaminfeuer.

 

Es gibt eine rege Kunst und Kultur Szene, der Oldtimerclub ist bekannt, die Damen vom Gartenbauverein und „Flowers @ work" beeindrucken durch ihre traumhaften Gärten, die man fast überall bewundern kann, auf den Wiesen grasen die Pferde und last but not least die über 50 teils hochdekorierten Weinbetriebe, bei denen man oft den Winzer persönlich trifft. Gerne erklärt er Ihnen die Besonderheiten seiner Weine.

 

Weithin bekannt sind die Weinfeste des Robertson Valley, wobei sich das Wacky Wine Weekend im Juni zum grössten Weinfestival Südafrikas entwickelt hat.

 

Wir versuchen hier die Brücke zwischen unserer bayerischen Heimat und Robertson zu schlagen, wir servieren Erdinger Weissbier aus Bayern und nur Weine aus Robertson in unserem Gästehaus. Lebensmittel, Früchte und Weine versuchen wir wenn möglich beim Erzeuger zu kaufen. Unsere Weine servieren wir in hochwertigen Gläsern von Schott Zwiesel, die ich auch im Gästehaus zum Verkauf anbiete.

 

In Deutschland war ich selbständig als Personaltrainerin für die Gastronomie und langsam möchte mir das wieder als zweites Standbein aufbauen.

 

Wir können sagen, Robertson ist uns ein grosses Stück Heimat geworden und wir bedanken uns bei allen, die uns dabei unterstützt haben.

 

Gunther und Balbina Huerttlen

GUBAS DE HOEK ****meet, eat, sleep

P.O. Box 743, 45 Reitzstreet,

Robertson 6705, Western Cape, Südafrika

Tel. / Fax 0027 (0)23 6266218,

E-mail: info(@)gubas-dehoek.com

Net: www.gubas-dehoek.com

 

 

 

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