Ich und mein Partner haben uns vor über 3 Jahren entschlossen, der schönen aber auch kleinen Schweiz für ein paar Monate den Rücken zu kehren und "irgendwo wo's auch schön ist" die Seele baumeln zu lassen. Der Zufall wollte es, dass wir uns im 2005 einen Urlaub in Südafrika gegönnt haben und am Schluss unserer erlebnisreichen Reise in Kapstadt gelandet sind. Die Entscheidung, unser Time-Out in Kapstadt zu verbringen war in wenigen Stunden gefällt.
Anfangs 2006 sind wir in unsere moderne Stadtwohnung eingezogen und haben uns die ersten Wochen mit Wohnungseinrichtung beschäftigt. Und wir haben so richtig das Leben genossen, so wie wir uns das für unseren timeout vorgestellt hatten. Haben in den zahlreichen Restaurants gut gegessen, wunderschöne Weingüter besucht, Sundowners auf dem Lionshead genossen, interessante Leute kennen gelernt, sind auf den Table Mountain geklettert und haben uns schlussendlich von der Hektik Europas bestens erholt.
Nach einigen Monaten war uns bewusst, Kapstadt ist so schön und unser Leben so anders als vorher, dass wir auf die Idee gekommen sind, unseren Aufenthalt zu verlängern. Dann kamen die Hürden, die jeder hinter sich bringen muss, wenn er sich in einem fremden Land länger aufhalten möchte, d.h. Bewilligung einholen und sich Gedanken machen, wie wir unseren zukünftigen Lebensunterhalt verdienen wollen. Dies war kein einfacher Weg, aber heute, nach 2 Jahren haben wir unseren Weg gefunden und fühlen uns sehr wohl hier.
Wieso denn eigentlich? Meine Antwort darauf ist: das Leben ist langsamer und relaxter, die Leute sind freundlicher, das Wetter ist definitiv besser und die Steaks gigantisch!
Die Kehrseite ist, das Leben ist bereits in den kurzen zwei Jahren teurer geworden. z.B. Benzin hat bei unser Ankunft gute 5 Rand gekostet, heute hat es fast 10 Rand ereicht! Wenn man dies in unsere Schweizer Fränkli umrechnet, mag einem das günstig erscheinen, jedoch in Rand und im Verhältnis zu einem Südafrikanischen Einkommen sind die Preise happig. Trotzdem, wenn ich auf unserer Terrasse sitze (in der Zwischenzeit sind wir aus der Stadtwohnung in ein schönes altes Haus umgezogen), ein Glas Rotwein trinke und mich von der Sonne blenden lasse, fühle ich mich sehr happy.
Ich habe den Schritt nie bereut und bin mir bewusst, die Türe für meine "alte" Heimat ist immer offen und es ist heute mein persönlicher Entscheid, in welchem Land ich leben möchte. Ich wünsche mir, dass mich keine äusseren Einflüsse veranlassen, dieses Land zu verlassen und ich noch viele Jahre in der schönsten Ecke Afrikas leben darf.
Wer mehr über mich wissen und herausfinden möchte, wie ich mir hier meinen Lebensunterhalt verdiene wirft einen Blick auf meine Internetseite - Allaboutliving .
Kathrin Giesser
Kapstadt, 4. June 2008
Weiterer Bericht von Frau Giesser unter >>> Arbeiten in Kapstadt - Möbel und Design

LEBEN IN KAPSTADT - AUSWANDERUNG SÜDAFRIKA
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