Die Khoikhoi am Kap - Neue Kunstdrucke von den Ureinwohnern von Kapstadt
Ein großer Teil der Informationen über die Khoikhoi steht durch die frühen europäischen Beobachter zur Verfügung. Zu diesen mündlichen Berichten fügen die hier präsentierten Zeichnungen eine neue Dimension hinzu - sie machen es möglich sich ein einigermaßen vollständiges Bild von dieser längst verschwundenen Kultur zu bilden. Die Khoikhoi in der Mitte des 17. Jahrhunderts waren in Gruppen oder Klans gespalten; jedes mit einem Führer dessen Autorität mehr auf Respekt als auf despotischer Kontrolle beruhte. Er war wahrscheinlich jemand, der in Strittigkeiten vermitteln konnte - anstelle seine Leute herumzukommandieren. Im südwestlichen Kap waren die Cochoqua eine der größten Gruppe, dessen Gebiet vom Berg River Mündung bis zum Gebirge reichte und südlich bis zum Malmesbury Gebiet. Auf der anderen Seite der Hottentots Holland Gebirge waren die Chainoqua, reich an Vieh und dorthin verscheucht von solchen Gruppen, die man manchmal um den Table Bay finden konnte - die Goringhaiconas, die Gorachoqua und die Goringhaiqua. Die Beziehungen zwischen den Gruppen waren unterschiedlich im Laufe der Zeit, manchmal Bündnisse andernfalls Feindschaft. Überfälle waren eine Hauptbeschäftigung und der erfolgreiche Angreifer gewann an Status als auch an Vieh.
Der Austausch von Waren zwischen den Gruppen war ein häufige Merkmal. Traditioneller Handel umfaßte Dagga (Haschisch), Straußen Eier, Perlen und gelegentlich Metalle (speziell Kupfer). Sie könnten auch mit Töpferwaren mit den Jagd-Gruppen, bekannt als die 'Soaqua', gehandelt haben. Somit hatten sie keine Probleme mit dem Konzept des Tauschhandels mit den Europäern, als sie zuerst ankamen. Die Khoikhoi waren nur unwillig, den Seemännern und später den Kolonisten, die Anzahl Vieh zu geben, die sie wollten - verständlicherweise, da sie nicht nur ihr Reichtum darstellte sondern auch eine Hauptnahrungsquelle waren.
Der Handel in Kupfer hatte eine lange Geschichte, noch vor der Gründung der europäischen Kolonie am Kap. Einheimischer Kupfer kann man im Namaqualand finden und den hätte man mit den Menschen am Kap getauscht, aber in kleinen Mengen. Es war ein so wertvoll und seltenes Metall, das es sorgfältig von einer Generation zu anderen weitergegeben wurde, und nur einige wenige Stücke konnten auf vorkolonialen archäologischen Orten gefunden werden. Gelegentlich allerdings konnten kupferne Ohrringe in Khoi Grabstätten gefunden werden. Eisen andererseits war praktisch nicht erhältlich, obwohl schwarze afrikanische Bauern hoch qualitative Stahl in Transvaal über viele Jahrhunderte gemacht hatten, wenig dieses einheimischen Produktes hätte den Kap erreicht. Dieses Metall hatte deswegen einen hohen Tauschwert als die Europäer ankamen. Glasperlen wurden zuerst von den Portugiesen in Angola und Mosambik während des 15. Jahrhundert in das südliche Afrika eingeführt und floß in die meisten Teile des Subkontinent durch ein Tauschnetzwerkes. Sobald sich die Holländer am Kap etabliert hatten, arbeitete sich der Glasperlenhandel nach auswärts hoch.
Es ist von den frühen Aufzeichnungen des VOC bekannt, das die Khoikhoi sich nicht an einem Ort dauerhaft niederließen sondern nur vorrübergehend, die Stellen wechselnd in regelmäßigen saisonalen Mustern, diktiert von der Notwendigkeit, Weideland und Wasser für ihr Vieh zu finden. Das Grassland über dem Schiefer des Swartlands wären attraktive gewesen, da Wasser von dem immer wiederkehrendem Berg River zur Verfügung stand. Jedoch das wirkliche attraktive Gebiet war die steinige Küstenlinie, aus dem Grund, da Schalentiere einfach zu finden waren und - viel wichtiger - Robben reich an Fett, einfach zu töten waren. Sie hätten den Zeitpunkt ihres saisonalen Runde so gewählt, so das sie möglicht viel Zeit an der Küste verbrachten, aber wenn die Weide aufgebraucht war, zogen sie zurück ins Inland. So ergab es sich, das verschiedene saisonale Migrationsysteme benutzt wurden. Die Kap Halbinsel und die Südküste erfuhren Regenfälle im Sommer, obwohl dies ein Winterregengebiet war; so standen Weidegründe in den Küstengebieten wahrend des Sommers zur Verfügung, ließen somit die inländischen Weideländer für den Winter übrig.
Nahrung war nur ein Grund warum die Robben so wertvoll für die Khoikhoi und Europäer waren, der andere Grund war das Öl. Eine der auffallendsten Merkmale in den Zeichnungen ist die Menge Gesichtsfarben, die von den Frauen aufgetragen wurde und Körperfett, vermischt mit Ocker, wurden häufig benutzt, wie es heute auch noch üblich ist bei dem Himba im Kakaoland im nördlichen Namibia oder den Maasai in Kenia und Tansania. Unter den Viehbesitzern zeigten die Reichen ihren Status mit der Menge des Fettes (normalerweise Butterfett), das sie auf ihre Haut auftrugen, denn arme Leute konnten nicht ein wertvolles Nahrungsmittel auf diese Art vergeuden.
Zusätzlich würden vermutlich Menschen, die der Sonne über verlängerte Zeiträume ausgesetzt waren, ihre Haut dadurch geschmeidig halten, indem sie ihre Körper einfetteten. Das Fazit von dem war, insoweit es die Europäer betraf, daß die Khoikhoi unterschiedlich zu den Kolonisten rochen und viele der frühen Reisenden veranlaßte, sich über ihren starken Geruch zu beschweren. Dieses war selbstverständlich eine lediglich relative Angelegenheit. Da die Europäer der 17. und 18. Jahrhunderte sich nicht sehr häufig badeten und da die normalen Menschen schwere Kleidung trugen, müssen sie reichlich geschwitzt haben und selbst einen starken Geruch ausgeschieden haben. Einige Khoikhoi mischte ,Buchu' mit dem Körperfett, damit es einen anderen Geruch hatte, und für jene Europäer wie Etienne de Flacourt 1648 (Raven-Raven-Hart 1967:175), die diese ,wohlriechenden Kräuter des Landes' mochten, war dies annehmbar.
Skizzen der Khoikhoi
Die ursprünglichen Zeichnungen kamen 1986 zu Tage und sie sind die frühesten realistischen Abbildungen der ursprünglichen Einwohner des Kaps und sind für ihre Genauigkeit und Lebendigkeit geschätzt. Sie wurden in einem normalen Umschlag während einer Reorganisierung der südafrikanischen Bildersammlung der Bibliothek entdeckt. Erworben möglicherweise 100 Jahre früher, bleibt ihre Ursprung ein Geheimnis. Die Identität des Künstlers bleibt auch ein Geheimnis, obwohl es keinen Zweifel gibt, daß der Autor ein Student der holländischen Schule war, möglicherweise ein Amateur. Die Wasserzeichen wie die Wappen von Amsterdam, die sieben Provinzen der Niederlande und die Straßburger Lilie, datieren die Produktion des Papiers zur Periode zwischen 1688 und 1707. Diese einzigartigen Zeichnungen stellen einen Blick der Khoikhoi am Kap in einer einfühlungsvoller Weise ohne Störung durch europäische Graveure oder Verleger dar. Für den Gelehrten und den Laien gleichermaßen, fasziniert bei Südafrikas realer Vergangenheit, sind die Zeichnungen eine Fülle von Informationen, ein Tagebuch des täglichen Lebens mit den Abbildungen des persönlichen Schmucks, pastoralen Aktivitäten, rauchen und tanzen. Die Beobachtungen des Künstlers zeigen auch, daß sich einige Sachen nie ändern: ,Am Kap weht es meistens südöstlich für die eine Hälfte des Jahres und ein meistens nordwestlicher Wind während der anderen Jahreshälfte, und beide so wütend, daß man kaum in der Lage ist, zu gehen' (NLSA0033). Eine wichtige und authentische Aufzeichnung des Lebens am Kap - diese Arbeit bildet einen Hauptbeitrag zum Wissen und zum Verstehen der Einwohner des 17. Jahrhundert am Kap der guten Hoffnung. Wir sind stolz, eine Auswahl dieser einzigartigen Zeichnungen präsentieren zu können.
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Bilderklärung kleine Bilder auf der rechten Seite:
Khoikhoi in frühen Publikationen
Die negative Darstellung der Khoikhoi wurden in den zeitgenssischen Publikationen stark übertrieben. Wenig Versuche um eine realistische Darstellung wurden unternommen, da die Gepflogenheiten der Bilddarstellung aus den illustrierten Manuskripten der mittelalterlichen Periode übernommen wurde, obwohl das Bild des ,Wilden' (Eingeborenen) neu war. Was deutlich hervortrat waren die Symbole der Wilden, wie ,Rohes Gedärme' was man in dem Bild von Thomas Herbert um 1634 sehen kann.

Einer seine Zeitgenossen, Dapper, veröffentlichte eine Ausgabe von ,Fremden Ländern' im Jahre 1668 und die Zeichnungen in diesem Band waren eine Verbesserung verglichen mit dem, was in den letzen hundert Jahren erschienen war, obwohl Dapper nie einen Fuß auf Südafrika gesetzt hatte. Dapper bezog seine Daten aus verschiedenen Quellen (O. Dapper. Description de 1'Afrique. Amsterdam, 1686. p.384-5).

Meisters Zeichnungen von 1688 waren einigermaßen akkurat, aber dieser Standard wurde nicht von seinen Nachfolgern eingehalten.

Früheste bekannte Darstellungen der Khoikhoi in `In Allago', wahrscheinlich Algoa Bay. (Original Holzschnitt, reproduziert in W. Hirschberg (ed.) Monumenta ethnographica; Band 1: Schwarzafrika. Graz, Österreich, 1962. Platte 3, ff auch Platte 5.

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