Kenia Hochseeangeln - Pressebericht über den Angelsport in Kenia

Kenia Hochseeangeln - Hochseefischen in Afrika - Ostafrika Safaris

Kenia Hochseefischen - Angelreisen in Afrika - Presseberichte über Sportangeln in Afrika - Afrika Fisch Safaris

 

"Mit Leine und Haken auf Grossfische", so hat alles begonnen. Seit ich dieses Buch vor mehr als 18 Jahren gelesen hatte, liess mich der Gedanke vom Hochseefischen nicht mehr los. So realisierte ich erstmals vor 10 Jahren meinen langgehegten Wunsch vor der Nordküste Mombasas und dieses "Fieber" hat mich bis heute nicht mehr losgelassen.

 

Jedes Jahr fliege ich nach Kenia, wo ich in der Zwischenzeit viele Fischerfreunde kennen und schätzen gelernt habe. Der Indische Ozean bietet dem Sportfischer wirklich eine sehr reiche Fischpalette: Bonito, Barracuda, Karambesi, Wahoo, Kingfisch, Skipjack-Thuna, Gelbflossen-Thun, Dorado, Hai, Schwertfisch und natürlich die unerschrockenen Gladiatoren der Meere wie der Sailfisch, der Gestreifte Marlin und der Schwarze Marlin. Was vor 10 Jahren noch an Grossfischen gefangen und aus dem Wasser genommen wurde, wird heute umsichtig markiert und dem Element wieder zurückgegeben (Tag & Relaise). Dieses Jahr sollte wieder ein weiteres Highlight werden, aber lasst mich berichten.

 

Fischerbericht Kenya 2005

Am 3. Januar landete ich frühmorgens erneut in Mombasa. Im Hotel angekommen, holte mich Felix, ein langjähriger Fischerfreund, der seit Mitte der 80er Jahre in Mombasa lebt. Mit ihm zusammen habe ich schon viele spannende Fischerabenteuer erlebt. Zu meiner Überraschung war auch Walter Brun da, und wie sich herausstellte aus gutem Grund. Felix hat seinen Job als Manager (der gesamten Marina- Boote inkl. Fischerboote) beim African Safari Club aufgegeben und sich in der Zwischenzeit selbständig gemacht.

 

So lernte ich Walter Brun kennen, von dessen Fischerei ich schon viel gehört hatte. Walter ist seit Mitte der 70er Jahre in Mtwapa und hat sich hier als Bootsingenieur mit seiner Frau Ingrid ein sehr schönes Anwesen direkt am Mtwapa-Creek aufgebaut. Das Hochseefischen bietet er als Skipper mit seiner sehr erfahrenen und immer freundlichen Crew auf einem höchst professionellen Level an.

 

 Hochseeangeln in Kenia - Hochseefischen in Afrika - Afrikasafaris

 

 Hochseefischen - Angelurlaub in Kenia - Afrika Fisch Safaris

 

Mtwapa-Cup 9. Januar 2005

 

Pünktlich um 6.00 Uhr holt mich Walter mit dem Auto vor dem Hotel ab. Ein kurzer Kaffee bei ihm zuhause, die motivierenden Worte seiner Frau (sie spüre, dass wir heute gewinnen würden), und schon sind wir auf dem Weg zum Jeti und besteigen die Nala. Die Crew hat das Material und das Boot schon längst klargemacht, und zu meiner Freude ist auch eine Thermosflasche mit Kaffee an Bord. Walter wirft die Motoren an, und die Leinen werden gelöst. Auf dem Weg zur Startlinie besprechen wir die Strategie der heutigen Competition, zu der wir uns als Team angemeldet haben. Er meint, so wie er die anderen Boote einschätze, würden sie am vorgelagerten Riff entlang fischen, und schlägt deshalb vor, dass es heute vielleicht besser wäre, 20 bis 25 Seemeilen weiter draussen zu angeln. An dieser Stelle steigt der Meeresgrund von ca. 680 Meter auf ca. 350 Meter an, und die Fische stehen gern an dieser Kante. Da Walter das Wetter, das Meer, die Strömung, den Wind seit bald 30 Jahren kennt, stimme ich ihm zu, auch wenn er meint, dass es ein Pokerspiel sei.

 

Auf der Startlinie stehen jetzt insgesammt elf Boote bereit. Die meisten sind Engländer, die hier wohnen und auch aufgewachsen sind. Noch ein paar Worte zum Bootsnachbarn, man wünscht sich Glück, und schon ertönt das Startsignal pünktlich um 7.00 Uhr. Jetzt gilt es, die Fahrrinne durchs Riff zu passieren. Kaum geschehen, will jedes Boot natürlich das schnellste am Fangplatz sein. Es zeigt sich jedoch schnell, dass ich mit Walter als Skipper eine sehr gute Wahl getroffen habe, denn jetzt legt er beide Hebel nach vorn, und die Dieselmotoren dröhnen synchron auf. Die Nala bäumt sich auf, und kurze Zeit später sind wir ausserhalb des Seetang-Gürtels. Die Crew macht jetzt die Köder bereit, und ich montiere einen Sailfishköder an meiner eigenen Rute auf dem linken Ausleger, den ich ca. 70 Meter hinter dem Boot treiben lasse, dann die Bremse arretiere und nochmals kontrolliere. Athmani und Mashuhuli haben inzwischen die anderen Leinen ausgelegt, und so schleppen wir mit zwei Ködern auf Bonito und andere Köderfische und mit vier Leinen auf Sailfish und Marlin.

 

7.42 Uhr: Wir vernehmen über Funk den ersten Biss eines Sailfishs auf einem anderen Boot. Haben wir etwas falsch gemacht mit unserer Taktik? Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.

 

Um 7.56 Uhr ruft Walter scheisse, ausgerechnet auf der Bonito-Leine. Ich sehe noch nichts, aber im nächsten Augenblick tönts von der linken Bonito-Rute rrrrrr. Ich packe die Rute und versuche, ohne das Gleichgewicht zu verlieren auf dem Kampfstuhl platz zu nehmen. Nach geglücktem Manöver spüre ich den starken Zug auf dem Gerät, und es schiessen mir tausend Gedanken durch den Kopf, aber ich weiss, dass es ein Grossfisch sein muss: Was für eine Kraft ein solcher Fisch doch hat! Die Crew zieht inzwischen die anderen Leinen ein, um Verwicklungen der Schnüre zu verhindern. Jetzt sehe ich den ersten Sprung des Fisches, und was für einer, er gleicht einem Überschlag, und ich höre von der Crew Suli-Suli (Suaheli für Sailfish). Die Rolle schreit noch immer, und der Fisch zieht unaufhörlich Leine ab (ich schätze sicher schon über 200 Meter), als ich von Walter höre, dass ich sehr, sehr vorsichtig drillen muss, denn auf dieser 30lbs-Leine ist weder ein Stahlvorfach noch ein Karabiner oder Wirbel. Jetzt verstehe ich seine Sorge und weiss, dass ich mit sehr viel Gefühl ans Werk muss und mir keine Fehler erlauben darf.

 

Ein aufregender Drill beginnt, und der Sailfish tanzt auf dem Wasser herum, als wäre es für ihn nur ein Spiel. Er springt, taucht ab, zieht eine weitere Bahn, um gleich wieder zum nächsten Sprung anzusetzen. Ich weiss nicht mehr, wie viele Fluchten mir der Fisch schon abverlangt hat, als Walter von der Brücke schreit: "Pass auf, er kommt jetzt direkt auf das Boot zu." Er kommt jetzt wirklich auf uns zu, und ich kurble wild an der Penn-Rolle, um keine lose Leine zu haben. Ca. 20 Meter hinter dem Boot dreht er links weg und zieht seitlich am Boot vorbei. Welch ein Anblick, jetzt hätte ich gerne die Rute gegen meine Kamera getauscht. Hoch aufgerichtet, den Kopf und das Schwert aus dem Wasser ragend, zieht er Aug in Aug am Boot vorbei. Jetzt taucht er wieder rechts weg, und ich spüre, dass seine Kraft langsam nachlässt und es eine der letzten Fluchten sein wird. Und richtig, kurze Zeit später kann ich ihn so nahe ans Boot bringen, dass die Crew das Schwert ergreifen kann.

 

Mit zittrigen Händen stecke ich die Rute in die Halterung zurück und sehe dann, wie der Fisch markiert und der Haken gelöst wird. Jetzt hält Athmani den Fisch längsseits in die Strömung, damit er wieder zu Kräften kommt. Endlich sind beide Hände frei, um ein paar Fotos zu schiessen, und fünf Minuten später lassen sie ihn wieder los, und das Meer hat ihn wieder.

 

Zeit: 8.24 Uhr. Walter schätzt ihn auf ca. 70 Pfund und gratuliert mir. Wir geben den Fang mit Zeitangabe und Position über Funk an die Wettkampfleitung durch. Ein Glücksgefühl überkommt mich: Was für ein Erlebnis! Ich spüre nicht einmal das Ziehen im linken Oberarm.

 

Später - wir haben nun schon eine zweite Seegraslinie gekreuzt und sind ca. zehn Seemeilen vor der Küste - gibt wieder eine Rolle ihr schnarrendes Geräusch von sich. "Dorado, Dorado", ruft Athmani und zieht schnell die anderen Leinen ein. Wild schiesst und kreuzt der Dorado hinter dem Boot hin und her und zeigt zwischendurch seine Kraft in furiosen Sprüngen. Nach kurzem, aber nicht weniger spektakulärem Drill wird er mit dem Gaff an Bord gehievt. Ein guter Kämpfer und zweifellos einer der farbenprächtigsten Fische, den mir Athmani jetzt für ein Foto entgegenhält. Während wir weiterschleppen, meint Walter, dass wir immer noch auf die zweite Seegraslinie zurückkehren könnten, falls ganz draussen nichts los sein sollte.

 

9.25 Uhr. Von den anderen Booten haben wir gehört, dass bis jetzt ein Sailfish, vier Dorados, ein Barracuda, zwei Kingfische und diverse Bonitos gefangen wurden. Wir sind jetzt ca. 13 Seemeilen weit draussen, als sich am rechten Ausleger mit einem Schlag die Leine losreisst und eine Rolle laut aufschreit. Schon sitze ich im Kampfstuhl und muss die Rute mit beiden Händen halten, weil der Zug wieder enorm ist. Ich hoffe sehr, dass es diesmal ein Marlin ist, ein Gestreifter oder vielleicht sogar ein Schwarzer. Dann sehe ich den ersten Sprung und muss feststellen, dass mir wieder ein Sailfish in der Ferne seine Silhouette zeigt. Mit dem guten Gefühl einer 50lbs-Leine und Stahlvorfach geht der Drill los - und ich spüre, dass ich dieses Mal mehr Druck auf den Fisch ausüben kann. Dennoch ermahnt mich Walter, vorsichtig zu sein. Dann wieder eine Flucht und ein Sprung, ein wahnsinniger Anblick! Und schon wieder 150 Meter abgezogen, die ich mühsam zurückpumpen muss, und ich spüre den linken Oberarm. Doch genau deswegen komme ich ja, Jahr für Jahr hierher, also durchbeissen. Nach ca. 20 Minuten wird auch dieser Sail markiert und wieder freigelassen. Ich bin nun froh, meinen linken Arm entlasten zu können, aber das Gefühl des Fangglücks setzt mich über dieses Übel hinweg. Nach Durchsage unseres Fangs meint Walter, wenn es so weitergehe, hätten wir eine gute Ausgangslage für den Sieg an dieser Meisterschaft.

 

Um ca. 11.00 Uhr sind wir rund 45 Kilometer vor der Küste, und das Echolot zeigt an, dass der Meeresgrund von 680 Meter auf 350 Meter angestiegen ist. Wir schleppen an der Stelle eine Stunde, und es rührt sich nichts, auch der Downrigger lässt nichts von sich hören. Deshalb schleppen wir nun zur zweiten Seegraslinie zurück und erhoffen uns, dort weitere Dorados zu fangen. Kaum dort angekommen, erfolgt schon der nächste Biss, und kurze Zeit später ist ein weiterer Dorado gefangen.

 

Plötzlich fragt Walter nach dem Fernglas, denn er meint im Wasser einen Punkt ausgemacht zu haben. Sein Blick hatte ihn nicht getäuscht, es liegt hölzernes Treibgut vor uns. Walter erklärt mir, dass wenn Holz und Seegras längere Zeit im offenen Wasser treiben, sich daran winzigste Mikroorganismen bilden. Dies ist die Grundlage (Futter) für Kleinstfische, die wiederum kleine Fische anlocken, jene dann mittlere usw. bis zu Grossfischen anziehen. Jetzt hoffen wir, dass dieses Treibgut schon lange im Wasser liegt. Wie wir näher kommen, meint Walter, der Holzfarbe nach müssten Fische da sein. Noch nicht auf gleicher Höhe der Holzkiste, kreischen vier Rollen um die Wette. Dorado, Dorado! Was sich jetzt abspielt, kann man kaum beschreiben. Das Theater und der Tanz auf dem Wasser ist das Verrückteste, was ich je beim Fischen erlebte. Vier Dorado, schiessen gleichzeitig hin und her, springen aus dem Wasser und überschlagen sich, Chaos total. Ich versuche, den ersten Fisch aus der "Gefahrenzone" zu ziehen, was sich als sehr schwierig erweist, aber schlussendlich doch gelingt. Ich hatte auf der linken Seite Glück und konnte den Dorado mit dem Gaff schon beim ersten Versuch haken. Inzwischen waren zwei Leinen ineinander verwickelt, und ein Fisch konnte sich bereits des Hakens entledigen. Auf zum nächsten Drill! Der zweite Dorado, der mit dem anderen verwickelt war, erweist sich auch als guter Kämpfer. Walter, auf der Brücke selbst einen Dorado gefangen, ruft der Crew auf Suaheli Befehle zu und kann das Boot wieder auf Position bringen. Stress pur an Bord der Nala. Ich kann nicht mehr sagen, wie lange dieses Spektakel gedauert hat, aber am Schluss sind wir um drei Dorados schwerer. Die Verwicklungen der Leinen zeigen sich als unlösbar, und somit gibt Walter die Order, die Leinen zu kappen.

 

Von den anderen Booten haben wir keine Grossfischmeldungen mehr gehört. Es ist jetzt 13.30 Uhr geworden, und wir schleppen der Küste zu und fangen noch weitere Dorados und Bonitos. Nervös schaue ich immer wieder auf die Uhr, weil es schon 14.10 Uhr geworden ist. Ich ermahne Walter, dass wir um 15.00 Uhr unter der Brücke im Creek sein müssen, weil sonst jede Minute Verspätung Punkteabzug mit sich bringen würde. Jetzt lässt er alle Leinen einholen und zeigt, was in der guten Nala steckt. Mit 60% Kraft gehts der Einfahrt entgegen. Weit voraus sehen wir die anderen Boote als kleine Punkte im Wasser dem Riff zusteuern. 14.20 Uhr, und wir sind immer noch weit vor der Küste. Ich gebe Walter die Zeit durch, und jetzt drückt er den Schub voll durch. Die Nala bäumt den Bug aus dem Wasser, und wir müssen uns alle gut festhalten, denn die Wellen schlagen unerbittlich gegen den Unterboden. Nach einer harten Fahrt erreichen wir die Riffeinfahrt, und Walter drosselt seine geplagten Diesel. Jetzt werden die Flaggen gehisst. Für jeden Sail eine rote, darüber noch eine rote mit einem weissen T darin, das Tag und Relais (die Segelfische gefangen, markiert und wieder freigelassen) bedeutet.

 

14 Sekunden vor drei Uhr passieren wir die Deadline unter der Brücke und legen an den Bojen vor Moorings an. Dieses offene Hausboot ist ein sehr bekannter Fischertreffpunkt an der Nordküste. Ein kleines Boot kommt längsseits und bringt uns und den Fang zur Anlegestelle. Jetzt werden die gefangenen Fische (fünf Dorados, neun Skipjack-Thuna, ein Yellowfin-Thun und ein paar Bonitos) gewogen und mit Punkten bewertet.

 

Wir sitzen schon beim Bier und unterhalten uns angeregt mit den anderen Fischern über den "verrückten" Tag, als es zur Rangverkündigung kommt.

 

Wir holen uns mit 282 Punkten den Gesamtsieg und verweisen das Team "Samvuke" mit 147 Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz. Jetzt werden noch die Spezialpreise vergeben (für den grössten Fisch jeder Kategorie), und unsere Mannschaft darf als beste Crew des Tages ein schönes Preisgeld abholen, was sie sich auch redlich verdient hat.

 

Glücklich fahren wir später mit einem kleinen Boot zu Walters Anwesen zurück, wo wir von Ingrid herzlich beglückwünscht werden. Wir sitzen noch lange auf der Veranda und werden von Tochter Linda mit frischem Dorado vom Grill verwöhnt (ein wahrer Leckerbissen). So neigt sich wieder ein abenteuerlicher Fischertag langsam dem Ende zu und ein eindrücklicher Sonnenuntergang zieht über den Horizont. Wahrlich ein wunderschöner Platz am Mtwapa-Creek, wo ich bestimmt das nächste Jahr wieder den "Gladiatoren der Meere" nachstellen werde.

 

Hanspeter Bernegger

 

PS: Der Segelfisch auf dem Foto ist der einzige Grossfisch, der von Walter, zum Selbstversorgungszweck, von unseren Fischerausfahrten aus dem Wasser genommen wurde.

 

 

 

Bitte informieren Sie sich über unseren Angelurlaub in Kenia - Hochseefischen in Afrika

 

Segelfisch

Hochseefischen in Kenia - Hochsee-Fischen in Afrika - Mombasa Angelurlaub

Hochseeangeln in Afrika

 

 

 

 

Online Formular für Anfragen, Reservierungen, Buchungen usw...

Bei Anfragen, bitte gewünschten Reisezeitraum und Anzahl der Personen angeben!

Name:
Straße: Ihre Fragen, Bemerkungen,Hinweise...
Ort:
E-Mail:
Telefon:
Objekt:
Code aus dem Bild eingeben:


neuen Code zeigen



INFO Telefon: +27-21- 975 3103 / Fax: +27-21- 975 3107
(Mo bis Fr von 09:00-17:00)